Abszess oder doch nicht?

Wieder einmal haben wir gut ein halbes Jahr damit verbracht nach der Ursache für ein Problem zu suchen, um es dann letzt endlich doch wieder selber finden zu müssen.

Mitte März 2009 tauchte plötzlich an der linken Pfote zwischen den beiden inneren Zehen eine Verdickung auf, die verdächtig nach einem Abszess aus sah. Das Teil ging sehr schnell auf, raus kam aber nur Blut und die Wunde heilte dann relative schnell.
Was aber dann passierte ist eigentlich unbeschreiblich.
Ende März ging es wieder auf. Wieder spülen mit verdünnter Calendula, es heilte.

Anfang April, es ging wieder auf. Die Homöopathin versuchte den Fremdkörper der sich da drin befinden mußte homöopathisch zu ziehen. Nachdem es am 13.04 wieder offen war, bin ich zum Tierarzt, damit die mal einen Blick dadrauf werfen. Diagnose Abszess, wir sollen versuchen es homöopatisch zu ziehen.
Langsam meldete sich mein Bauchgefühl wieder,irgend etwas stimmte da nicht. Zumal jedes mal immer nur Blut raus kam, kein Eiter wie das ja bei einem Abszess eigentlich sein müßte.

Die Homöopathin fing auch an zu Zweifeln. Das Spiel wiederholte sich alle paar Wochen, kaum war die Wunde verheilt, entstanden diese blutunterlaufene Punkte die dann auf gingen. Wir versuchten es zusätzlich mit Zugsalbe und Kräuterumschlägen. Nichts das Spiel ging weiter.
Bei alle dem war Adele aber super drauf, die störte das weder beim Toben noch beim Laufen.
Am 26.06. wurde die Wunde dann aufgeschnitten und die Tierärztin hat eine halbe Stunde in der Wunde gesucht und nichts gefunden.

Die Abstände in denen das auf ging wurden immer kürzer. Am 07.07. bestand ich dann auf einem Röntgenbild. Bezüglich eines Fremdkörpers war nichts zu sehen. Allerdings die Karpalgelenke sahen mittlerweile aus - unbeschreiblich. Die Tierärztin wußte nicht weiter und gab den Fall an ihre Cheffin ab. Diese war fest der Ansicht, da steckt was drin (obwohl ihre TA nichts gefunden hatte beim Aufschneiden und auf dem Röntgenbild auch nichts zu sehen war) und wollte zwei weitere Homöopathische Mittel gleichzeitig (die sie durch Hand auf legen herausgefunden hat) verabreichen, was mich zu einem Widerspruch veranlasste, da Adele ja schon homöopathisch behandelt wird und zwar von einer gelernten klassischen Homöopathin. Die TA ließ durchblicken, das sie ja viel mehr Ahnung hätte. Wir nahmen das Mittel und verschwanden, die Dame war zu keinem objektiven Gespräch bereit. Gegeben habe ich es natürlich nicht.

Bei mir reifte die Vermutung, das das ein mechanisches Problem ist. Die Pfote hat ja eine Fehlstellung und durch diese läuft Adele mit der Pfote überwiegend auf den beiden inneren Zehen, zwischen denen diese Wunde war. Die Wunde ging nämlich immer nach stärkeren Belastungen wieder auf. Auch die Homöopathin war mittlerweile dieser Ansicht.
14 Tage später lief ich der Tierärztin über den Weg und sie fragte nach, wie das Mittel gewirkt hätte. Ehrlich wie ich bin sagte ich, dass ich es nicht gegeben habe. Man sah ihr an, das sie sich persönlich angegriffen fühlte. Als ich dann noch erklärte, dass ich gerne eine zweite Meinung eines Experten einholen wollte, bevor ich weitere Behandlungen in Erwägung ziehen würde. Hat sie mich der Praxis verwiesen - Wenn ich ihr nicht vertraue, brauche ich nicht wieder kommen.

Ich kontaktierte zwei anerkannte Experten für Orthopädie, die beide bezüglich des Röntgenbildes das unschöne Wort mit Sch.. am Anfang benutzten. Am 05.08. fuhr ich dann mit Adele nach Bad Wildungen. Der dortige Tierarzt war angesichts meiner Vermutung etwas skeptisch, ließ sich aber überzeugen, da der Orthopäde der selben Ansicht war, das ist ein mechanisches Problem. Also bekam Adele eine Orthese angepasst, mit speziellem Fußbett. Die wir drei Wochen später abholen konnten.


Die ersten paar Schritte wollte sie mit dem Teil nicht laufen aber dann ist sie damit losgelaufen, als wenn sie das immer schon an der Pfote gehabt hätte. Am nächsten Tag hat sie die Orthese einem Härtetest unterzogen. Ich hatte ernstliche Bedenken ob die Orthese das überleben würde. Sie hat damit gebuddelt, ist Mäusen hinter her gehüpft, im Acker gerannt und im Wasser war sie auch. Die Orthese hielt ;-)


Sie ist damit rumgetobt, wie losgelassen und die Wunde wurde nicht wieder dick. Nach ein paar Tagen mußten wir sie zurück schicken, da sie an einer Stelle scheuerte. Einmal ohne Orthese gelaufen und die Wunde war wieder offen. Wir waren auf dem richtigen Weg. Zur Überbrückung habe ich Hühneraugen Druckplaster auf die Ballen geklebt um die zwei anderen Ballen zu entlasten. Nach drei Tagen war die Schwellung aus der Pfote verschwunden, das erstemal seit März.

Mit der geänderten Orthese ist die Wunde dann endgültig zu geheilt und es sieht so aus, als wenn wir die Ursache für das Problem beseitigt hätten.

Für mich ist das wieder einmal ein Zeichen dafür, auf seine innere Stimme zu hören und das notfalls auch gegen die Meinung von Tierärzten. Wobei ich anmerken muß, dass es durch aus auch Tierärzte gibt, die mit Hundehaltern zusammen arbeiten und denen kein Zacken aus der Krone fällt, wenn eine zweite Meinung eingeholt wird, niemand kann alles wissen, deshalb gibt es Spezialisten.




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